Drei Monate Probezeit und schwer verliebt

Drei Monate Probezeit und schwer verliebt

Zugeben, die Überschrift ist etwas kitschig, aber sie fasst am besten zusammen, wie ich mich nach drei Monaten als Blundstone-Trägerin fühle. Ich habe schon länger mit den Boots aus Australien geliebäugelt, der Preis ließ mich die Entscheidung pro Blundstone aber gut überlegen. Seit November kann ich nun ein Paar Blundstone 510 mein Eigen nennen. Wie am Anfang jeder Liebe war ich skeptisch, ob diese Chelsea Boots auch meinen Ansprüchen genügen oder ob meine Erwartungen wieder einmal viel zu hochgeschraubt waren.

Eine Bewährungsprobe nach der anderen

Also tat ich das, was Frau auch gerne mit Mann macht: Ich habe meine Blundstones auf Bewährungsprobe gestellt. Die erste Hürde für die Schuhe war ein matschiger Waldweg. Schön mit Pfützen und altem Herbstlaub ging es den Schuhen bald besser als meinem Freund, der mich begleiten durfte. Die Füße blieben trocken, der Schmutz ließ sich zuhause leicht entfernen und das teure Leder hat keinerlei Schaden genommen. Die Bewährungsproben mussten also härter werden. So durften mich meine Blundstones zum Heimspiel ans Millerntor begleiten. Ein Fußballspiel inklusive Bierdusche und Konfettiregen später, sahen meine Stiefel fast besser als der Rest von mir aus. Da aber warme Füße im Stadion Luxus sind, blieb die Laune trotz Niederlage ungetrübt.

Trotzdem wollte ich den Lobpreisern der Marke Blundstone nicht uneingeschränkt recht geben und dachte mir die härteste Bewährungsprobe aus: Hamburger Wetter! Wer sich schon mal längere Zeit in Hamburg aufgehalten hat, der weiß was ich damit meine. Spontane Regengüsse, stundenlanger Nieselregen, strahlendblauer Himmel und wieder spontaner Regen fasst es ganz gut zusammen, denke ich. Wenn dann noch ein bisschen Wind dazukommt, heißt es schnell Landunter am Hafen. Beste Voraussetzungen für eine letzte Probe also. Ich habe jede Pfütze am überfluteten Fischmarkt mitgenommen und dabei eine bessere Figur abgegeben, als meine Freunde in ihren bunten Gummistiefeln. Die Füße blieben trotzdem trocken. Meine Zuneigung zu meinen Blunnies, wie ich sie mittlerweile auch nenne, stieg ins Unermessliche.

Wenn da nicht das Stolpern wäre

Aber jede Liebe hat ihre Tücken und Ärger gibt es in jeder Beziehung. Auch meine geliebten Blunnies haben ihre Eigenart: Sie finden jede Erhebung im Gehweg. Egal, ob die Kante noch so klein ist, meine Blundstones finden sie. Hatte ich vorher nie Gehprobleme, lassen mich meine Stiefel nun immer mal wieder quasi über Luft stolpern. Sehr nervig, aber da keine Liebe perfekt ist, kann ich wohl auch mal ein Auge zudrücken. Meine Probezeit haben sie jedenfalls mit Bravour bestanden.